Deutschland, Potsdam

Seit 2009 gehört auch das Engagement von Schwester Felizitas zu dieser Arbeit. Viele Jahre brachte sie ihre Arbeitskraft unentgeltlich und verbindlich in das feste Team ein. Seit 2023 engagiert sie sich ehrenamtlich und ist weiterhin an drei Tagen in der Woche in der Arche tätig. Ein Schwerpunkt ihres heutigen Dienstes liegt in der Beziehungsarbeit und im kreativen Bereich.

Das Projekt im Überblick

Ort
Potsdam-Drewitz

Einrichtung
Die Arche Potsdam-Drewitz, Freizeiteinrichtung

Träger
„Die Arche“ Kinderstiftung, Christliches Kinder- und Jugendwerk

Engagement von Schwester Felizitas
Seit 2009; zunächst unentgeltlich und verbindlich im festen Team, seit 2023 ehrenamtlich

Einsatz
Drei Tage pro Woche

Zielgruppe
Rund 130 Kinder und 40 Jugendliche; Schwerpunkt Kinder im Grundschulalter, ergänzend Angebote für Jugendliche

Team
Pädagogische Fachkräfte, Studierende, FSJ-Kräfte, Praktikant*innen, Ehrenamtliche und weitere Mitarbeitende

Beziehungsarbeit und persönliche Zuwendung

Kreatives Arbeiten und Töpfern

Stärkung von Selbstwert und Selbstwirksamkeit

Begleitung im Alltag und im Team

Für die Schwestern von der heiligen Elisabeth steht dieses Engagement in der Tradition ihres Auftrags: Menschen in ihrer Not wahrzunehmen, ihre Würde zu schützen und ihnen nicht nur kurzfristig zu helfen, sondern sie in ihren eigenen Möglichkeiten zu stärken. Herkunft, Religion oder familiäre Situation eines Kindes spielen für die Zuwendung keine Rolle.

Im Kreativbereich werden immer wieder Themen aufgegriffen, die Kinder unmittelbar betreffen. Beim Töpfern können Erlebnisse aus dem Alltag sichtbar werden und zum Ausgangspunkt für Gespräche werden. Auch Kinderrechte wurden auf diese Weise bereits gestalterisch thematisiert.

• Kinder erleben verlässliche Beziehungen und persönliche Aufmerksamkeit.

• Sie werden darin gestärkt, eigene Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und auszudrücken.

• Kinder lernen ihre Rechte kennen und erfahren, dass sie Hilfe einfordern dürfen.

• Selbstwert und Selbstwirksamkeit werden gestärkt.

• Jugendliche werden auf ihrem Weg in Ausbildung, Studium und Beruf begleitet.

• Ehemalige Kinder und Jugendliche kehren später immer wieder zurück und berichten von ihren weiteren Lebenswegen.

Wie weit diese Stärkung reichen kann, zeigt die Geschichte eines Kindes im Grundschulalter, das nach intensiver Begleitung selbstständig Hilfe für seine familiäre Situation suchte. Für das Team war dies ein eindrückliches Beispiel dafür, dass Ermutigung, Wissen um die eigenen Rechte und verlässliche Begleitung Kinder befähigen können, für sich selbst einzustehen.

Auch andere ehemalige Besucher*innen zeigen Jahre später, was aus dieser Begleitung wachsen kann: Sie kommen als junge Erwachsene zurück, berichten von Ausbildung, Studium oder Beruf und zeigen damit, dass aus kleinen Schritten langfristige Entwicklung entstehen kann.

Die Arche ist für Schwester Felizitas über die vielen Jahre selbst zu einem wichtigen Lebens- und Erfahrungsraum geworden. Besonders die Kultur des Zuhörens, der gemeinsamen Reflexion und des offenen Umgangs miteinander hat auch sie persönlich geprägt. Beziehungen werden professionell und zugleich menschlich gelebt. Nähe braucht dabei ebenso Grenzen wie Offenheit.

Ihr Ordensleben ist selbstverständlich Teil ihrer Person. Die Kinder wissen, dass sie Ordensschwester ist, und begegnen ihr mit ihren eigenen Fragen und Vorstellungen. In einer religiös und kulturell vielfältigen Gemeinschaft steht für sie nicht das Reden über Glauben im Vordergrund, sondern ein authentisches Leben aus christlichen Werten: Respekt, Toleranz, Schutz und die Überzeugung, dass jeder Mensch geliebt und wertvoll ist.

↑