
Deutschland, Potsdam
Kinder stärken. Schutz und Wertschätzung schenken.
In Potsdam-Drewitz bietet die Arche Kindern und Jugendlichen einen verlässlichen Ort nach der Schule. Hier können sie gemeinsam essen, lernen, spielen, kreativ sein und Beziehungen erleben. Im Mittelpunkt stehen nicht nur konkrete Hilfen im Alltag, sondern Schutz, Wertschätzung und die Stärkung der eigenen Fähigkeiten.
Seit 2009 gehört auch das Engagement von Schwester Felizitas zu dieser Arbeit. Viele Jahre brachte sie ihre Arbeitskraft unentgeltlich und verbindlich in das feste Team ein. Seit 2023 engagiert sie sich ehrenamtlich und ist weiterhin an drei Tagen in der Woche in der Arche tätig. Ein Schwerpunkt ihres heutigen Dienstes liegt in der Beziehungsarbeit und im kreativen Bereich.
Das Engagement knüpft unmittelbar an den Auftrag der Schwestern von der heiligen Elisabeth an: Menschen in schwierigen Lebenssituationen wahrzunehmen, ihnen mit Würde zu begegnen und sie darin zu stärken, ihre eigenen Kräfte zu entwickeln.
Inhalt auf dieser Seite
Das Projekt im Überblick
Die Arche Potsdam-Drewitz

Die Arche Potsdam-Drewitz wurde 2008 gegründet und bietet Kindern und Jugendlichen ein vielseitiges, kostenfreies Nachmittagsprogramm. Rund 130 Kinder und 40 Jugendliche werden dort begleitet und in ihren schulischen und beruflichen Herausforderungen unterstützt.
Zu den Angeboten gehören kostenloses Mittagessen, Lernhilfen sowie Sport-, Kreativ- und Freizeitangebote. Ergänzend finden Familienfeste, Beratung und Hilfsangebote für Eltern statt. Die Einrichtung arbeitet außerdem mit Schulen und lokalen Partnern zusammen.
Die Arche versteht ihre Arbeit als ganzheitliche Förderung. Zu ihren Zielen gehören unter anderem, Selbstwertgefühl zu vermitteln, Potenziale zu wecken und zu fördern, soziale Kompetenzen zu stärken, Lernprozesse und Bildung zu ermöglichen, Selbstverantwortung zu fördern, Familien zu stärken, Integration zu ermöglichen und Chancengleichheit zu vergrößern.
Die Arche bietet Kindern und Jugendlichen einen verlässlichen Schutzraum. Nach der Schule können sie ankommen, gemeinsam essen und anschließend verschiedene begleitete Bereiche nutzen. Klare Regeln, persönliche Zuwendung und konsequenter Kinderschutz geben Orientierung und Sicherheit.
Dauerhafte Aufgaben und Arbeitsfelder

Beziehungsarbeit und persönliche Zuwendung
Beziehungsarbeit und persönliche Zuwendung bilden eine wichtige Grundlage des Angebots. Die Kinder treffen auf verlässliche Ansprechpartner*innen, die zuhören und wahrnehmen, was sie an diesem Tag mitbringen: Freude ebenso wie Wut, Trauer oder Unsicherheit.
Gerade in kleinen Gruppen entstehen Räume, in denen Kinder sich öffnen können. Persönliche Aufmerksamkeit ist dabei kein Zusatz zum pädagogischen Angebot, sondern ein wesentlicher Teil davon: Kinder sollen erfahren, dass sie gesehen werden, dass ihnen zugehört wird und dass ihnen etwas zugetraut wird.

Kreatives Arbeiten und Töpfern
Ein Schwerpunkt des Engagements von Schwester Felizitas liegt heute im Kreativbereich, insbesondere beim Töpfern mit kleinen Gruppen. Dabei steht nicht das fertige Kunstwerk im Vordergrund.
Oft greifen Kinder beim Gestalten Themen aus ihrem eigenen Alltag auf. Ein entstandenes Objekt kann zum Anlass für ein Gespräch werden und Gefühle sichtbar machen, für die zuvor vielleicht noch keine Worte da waren. So verbindet sich kreatives Arbeiten mit Zuhören, Begleitung und Wertschätzung.

Stärkung von Selbstwert und Selbstwirksamkeit
Ein zentrales Ziel der Arbeit ist es, Kinder nicht nur zu versorgen, sondern sie darin zu stärken, selbst handlungsfähig zu werden. Hilfe soll dazu beitragen, eigene Fähigkeiten zu entdecken, Unterstützung anzunehmen und Schritt für Schritt Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.
Dazu gehören auch die Vermittlung von Kinderrechten, klare Regeln und die Erfahrung, dass Grenzen und Wertschätzung zusammengehören. Die Arche arbeitet mit einem verlässlichen Rahmen, der Sicherheit gibt und zugleich positives Verhalten sichtbar macht.

Begleitung im Alltag und im Team
Der Alltag in der Arche verbindet gemeinsames Mittagessen, offene Freizeitangebote, Lernunterstützung und persönliche Begleitung. Im Team wird abgestimmt, ob einzelne Kinder besondere Aufmerksamkeit benötigen, zur Ruhe kommen möchten oder gezielt beim Lernen unterstützt werden sollen.
Schwester Felizitas ist in diesen Alltag weiterhin an drei Tagen in der Woche eingebunden. Auch Feriencamps begleitet sie, heute stärker unterstützend im Hintergrund, etwa bei Fahrdiensten, medizinischer Unterstützung und als verlässliche Ansprechpartnerin. Viele Jahre war sie zudem in der Begleitung von Auszubildenden, FSJ-Kräften und Praktikant*innen sowie in der Weiterbildung von Mitarbeitenden tätig.

Einordnung
Viele Kinder, die die Arche besuchen, wachsen unter Bedingungen auf, die ihre Entwicklung erschweren können, zum Beispiel durch materielle Armut, belastende familiäre Situationen oder Herausforderungen im Zusammenhang mit Migration und Integration. Die Arbeit setzt deshalb bewusst nicht nur bei materieller Versorgung an, sondern ebenso bei Beziehung, Schutz, Bildung und Befähigung.
Für die Schwestern von der heiligen Elisabeth steht dieses Engagement in der Tradition ihres Auftrags: Menschen in ihrer Not wahrzunehmen, ihre Würde zu schützen und ihnen nicht nur kurzfristig zu helfen, sondern sie in ihren eigenen Möglichkeiten zu stärken. Herkunft, Religion oder familiäre Situation eines Kindes spielen für die Zuwendung keine Rolle.
Der christliche Glaube zeigt sich dabei vor allem in der gelebten Haltung. Wertschätzung, Respekt, Toleranz und die Überzeugung vom Wert jedes Menschen prägen den Alltag. Im Team gehören auch Gebet und gemeinsame Reflexion dazu. Nach Fallbesprechungen wird beispielsweise für Kinder und Familien gebetet. Dies ist Ausdruck einer Haltung, die auch in schwierigen Situationen Geduld und Zuversicht bewahren will.
Aktivitäten und besondere Initiativen
Zum regelmäßigen Angebot der Arche gehören gemeinsames Essen, Lernunterstützung, Sport, kreative Freizeitgestaltung und Beziehungsarbeit. Hinzu kommen Ferienangebote und Familienfeste sowie Beratungs- und Hilfsangebote für Eltern.
Im Kreativbereich werden immer wieder Themen aufgegriffen, die Kinder unmittelbar betreffen. Beim Töpfern können Erlebnisse aus dem Alltag sichtbar werden und zum Ausgangspunkt für Gespräche werden. Auch Kinderrechte wurden auf diese Weise bereits gestalterisch thematisiert.
Auch die Förderung älterer Kinder und Jugendlicher gehört zur Arbeit. In besonderen Projekten werden sie beispielsweise auf Bewerbungssituationen und den Einstieg in das Berufsleben vorbereitet. Der Grundgedanke bleibt derselbe: Junge Menschen sollen nicht nur Unterstützung erhalten, sondern darin gestärkt werden, selbst sicherer und handlungsfähiger zu werden.


Wirkung
Die Wirkung dieser Arbeit zeigt sich häufig erst über längere Zeit. Kinder, die zunächst durch Aggression, Unsicherheit oder Rückzug auffallen, können in einem verlässlichen Schutzraum Vertrauen entwickeln und andere Seiten von sich zeigen.
• Kinder erleben verlässliche Beziehungen und persönliche Aufmerksamkeit.
• Sie werden darin gestärkt, eigene Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und auszudrücken.
• Kinder lernen ihre Rechte kennen und erfahren, dass sie Hilfe einfordern dürfen.
• Selbstwert und Selbstwirksamkeit werden gestärkt.
• Jugendliche werden auf ihrem Weg in Ausbildung, Studium und Beruf begleitet.
• Ehemalige Kinder und Jugendliche kehren später immer wieder zurück und berichten von ihren weiteren Lebenswegen.
Wie weit diese Stärkung reichen kann, zeigt die Geschichte eines Kindes im Grundschulalter, das nach intensiver Begleitung selbstständig Hilfe für seine familiäre Situation suchte. Für das Team war dies ein eindrückliches Beispiel dafür, dass Ermutigung, Wissen um die eigenen Rechte und verlässliche Begleitung Kinder befähigen können, für sich selbst einzustehen.
Auch andere ehemalige Besucher*innen zeigen Jahre später, was aus dieser Begleitung wachsen kann: Sie kommen als junge Erwachsene zurück, berichten von Ausbildung, Studium oder Beruf und zeigen damit, dass aus kleinen Schritten langfristige Entwicklung entstehen kann.
Haltung
Der Dienst von Schwester Felizitas ist von einer klaren Haltung geprägt: Kindern Schutz und Wertschätzung zu geben und ihnen zugleich zuzutrauen, ihre eigenen Kräfte zu entwickeln.
Die Arche ist für Schwester Felizitas über die vielen Jahre selbst zu einem wichtigen Lebens- und Erfahrungsraum geworden. Besonders die Kultur des Zuhörens, der gemeinsamen Reflexion und des offenen Umgangs miteinander hat auch sie persönlich geprägt. Beziehungen werden professionell und zugleich menschlich gelebt. Nähe braucht dabei ebenso Grenzen wie Offenheit.
Ihr Ordensleben ist selbstverständlich Teil ihrer Person. Die Kinder wissen, dass sie Ordensschwester ist, und begegnen ihr mit ihren eigenen Fragen und Vorstellungen. In einer religiös und kulturell vielfältigen Gemeinschaft steht für sie nicht das Reden über Glauben im Vordergrund, sondern ein authentisches Leben aus christlichen Werten: Respekt, Toleranz, Schutz und die Überzeugung, dass jeder Mensch geliebt und wertvoll ist.
Wenn ein Gedanke von ihrem langjährigen Engagement bleiben soll, dann dieser: einem Kind Wertschätzung und Schutz zu geben und ihm damit den Raum zu eröffnen, selbst stärker zu werden.

Wirkung
Unser regionales Engagement begleitet benachteiligte Familien,
stärkt Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung,
sichert älteren Menschen Würde und Betreuung,
fördert kirchliche Gemeinschaften und weckt neue Ordensberufungen.